Rudolf-Steiner-Schule Ismaning

Dieses Phänomen beschäftigte uns den ganzen Tag: Herr Rohrbach führte diesen Umstand als Grund für die Wirtschaftskrise an: Da man – ein gewisses Vermögen schon vorausgesetzt – durch Zins und Zinseszins dieses exponentiell vergrößert wird. Da kommt die Bank ins Spiel: Sie hat jetzt zwar viele Anlagen, für die sie Zinsen zahlen muss, aber in der Realwirtschaft keine Möglichkeiten, dieses auszugeben. Als Ergebnis hat man die viel verpönte Zockerei der Banker: durch verschiedene neue Anlagenformen (allein die Deutsche Bank erfindet etwa 1000 im Jahr, genauere Zahlen weiß man nicht) können Wetten über jede Art von Ereignis abgeschlossen werden(z.B. Hedgefonds etc.). So gibt es Wetten über das Wetter, auf das Steigen und auch Sinken des Ölpreises und viele andere hochspekulative Anlageformen, die aber keine realwirtschaftlichen Bezüge haben und somit jederzeit platzen können. Somit ist es als notwendige Konsequenz anzusehen, dass in Zukunft in immer kürzeren Zeitabständen Wirtschaftskrisen - wie 2007 eine war – aufeinanderfolgen werden, wenn man nicht die Geldmenge in Relation zur Realwirtschaft setzt und so den hochspekulativen Wetten den Grund nimmt. Auch wurde klar, dass in allen Preisen, die wir bezahlen, in der Regel 30-40% Zinsen enthalten sind, da sowohl der Hersteller als auch der Händler Investitionen getätigt haben mussten, um das Geschäft aufzubauen und florieren zu lassen, wozu meist Geldmengen nötig werden, die man sich ausleihen und wo man folglich Zinsen zahlen muss.
Wem gehört der Mond? Das fragte uns Herr Rohrbach zu Beginn des zweiten Teils unseres Workshops, in dem es sich um Boden drehen würde, wie es schon im Titel vermerkt ist. Nach unserer spontanen Antwort, dass der Mond niemandem gehören könne, erzählte er uns von Dennis Hope, ein einfacher amerikanischer Bürger, der mit dem Verkauf von Grundstücken auf dem Mond und anderen Planeten(u.a. Die Venus, insgesamt acht Planeten und 61 Monde) ein Vermögen gemacht hatte. Dabei hatte er nach dem Homestead Act, ein amerikanisches Relikt aus den Zeiten der Besiedlung des wilden Westens, wonach, wenn man Ansprüche auf ein Grundstück anmeldet, es nach acht Jahren öffentlichen Aushangs, in denen keine Einsprüche kommen dürfen. Nun hat aber Mr. Hope's Antrag niemand ernstgenommen, da es so ungeheuerlich war, dass man den Mond in Besitz nehmen konnte. Auch war in keinem Gesetz verankert, dass niemand den Mond in Besitz nehmen dürfe, außer in einem Dokument, das zwar von dreizehn Ländern unterzeichnet worden war, von denen jedoch keines eine Raumfahrtnation gewesen war. Dies ist das einzige Dokument, das Individuen verbot, fremde Planeten in Besitz zu nehmen.
Diese Geschichte geht noch weiter, so hat dann jemand die Sonne in Besitz genommen und wollte Energierechnungen an alle Grundstücksbesitzer auf anderen Planeten senden. Auch hatte jemand noch von Friedrich dem Großen eine Urkunde über den Besitz des Mondes, die an einen seiner Vorfahren vergeben worden war...
Interessantes interessant und ansprechend präsentieren, das ist das Soll. Das hat Herr Rohrbach, ein Waldorflehrer in Würzburg und Autor verschiedener Bücher, u.a. auch ein Buch über den Versuch eines Regionalgelds im österreichischem Wörgl, hier in diesem Workshop gut umgesetzt, mit einer Einführung mit Inflationsgeld(1 Mill. Mark/1 Mrd. Mark) und zerschredderten, nicht mehr gebrauchten Banknoten im Wert von 400000 € in einer Art Ziegel zusammengepresst – diese Art von Vorgehensweise ist wunderbar. Nur habe ich im gesamten Workshop keine Tabus – im engeren Sinne – gefunden, die behandelt oder gar gebrochen wurden. Hier hätte man einen besseren Titel finden können. Dankeschön für die gute Erfahrung!