Werkstatttage Gröbenzell 2015

Vorwort

Wirtschaften ist immer eine Tätigkeit, die Bezug auf den anderen nimmt. Eine Wirtschaft, in der jeder nur für sich selbst tätig ist, ist nicht unsere Realität. Insofern liegt in jeder freien wirtschaftlichen Tat immer auch schon der Gedanke an den anderen: Wird meine Tätigkeit von anderen wertgeschätzt, wird sie gebraucht, bin ich davon überzeugt, dass sie gebraucht wird oder mache ich sie nur, weil sie nachgefragt wird oder bin ich gar gezwungen, auf eine ganze bestimmte Art zu wirtschaften und zu arbeiten? Welche freien Entscheidungsräume habe ich? Welchen Zwängen bin ich unterworfen? Kann eine Arbeit wirklich gut werden, wenn ich sie eigentlich nicht tun will? Darf ich alles tun? Was ist, wenn mein wirtschaftliches Tun die Freiheiten anderer einschränkt? Welche Verantwortung habe ich?

Man kann diese Fragestellungen auch auf größere Zusammenhänge übertragen: Um wirtschaften zu können, braucht man Ressourcen, braucht man Geld. Welche Freiräume und Einschränkungen gibt es hier? Wer verfügt über welche Ressourcen und damit auch über Macht? Ist unser Wirtschaften global richtig organisiert? Gibt es Fehlentwicklungen? Wo liegen die Verbesserungsmöglichkeiten? Wie kann man Freiheiten für viele schaffen? Führt freiheitliches Wirtschaften nicht automatisch zur Unfreiheit von anderen? Kann uns hier die Wissenschaft helfen, immer besser zu werden, immer bessere "Spielregeln" zu finden? Welche Rolle spielt dabei die Politik?

Eine Menge Fragen. Sie zeigen, dass Freiheit nicht unbegrenzt ist und sich im Zusammenwirken mit anderen immer neu ausgestaltet. Und die Antworten auf die Fragen sind nicht immer einfach, nicht immer eindeutig und oft auch unterschiedlich. Aber genau darin liegt die Möglichkeit der Freiheit.

Ich wünsche Ihnen interessante Begegnungen, inspirierende Gedanken und Informationen.

Detlef Ludwig